Administrator im Urlaub - Wer passt auf den Serverraum auf

Didactum Kurzgeschichte*: Administrator im Urlaub - Wer passt auf den Serverraum auf?

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Auch der Administrator Müller* hat ein Recht auf seinen wohlverdienten Urlaub. Datensicherung funktioniert, die Firewall und das Antiviren Programm sind auf den neuesten Stand gebracht. Sicherheitshalber hat Müller das Klimagerät auf 2 Grad Celsius niedrigere Serverraum Temperatur eingestellt, sicher ist sicher. Schließlich haben wir ja Sommer.

Das Klimagerät ist Müllers ganzer Stolz. Nach monatelanger, gebetsmühlenartiger Diskussion endlich dem Chef abgetrotzt. Das Gerät durfte aber nicht teuer sein, ein billiges Klimagerät aus dem Baumarkt würde es ja auch tun, so der Chef. Vor dieser "Großinvestition in Sachen Klimatechnik“, war der Serverraum mehrere Male durch Überhitzung in Mitleidenschaft gezogen worden. 20 Mitarbeiter konnten mehrere Stunden nicht arbeiten. Bei der letzten Hitzewelle im Serverraum hat der „erst“ 6 Jahre alte Server den Hitzetod gefunden.

Urlaubsvertretung für Herrn Müller gibt es keine, da der Chef die EDV nur als „notwendiges Übel“ ansieht, welche zudem noch viel Geld kostet.

Während der Fahrt in den Süden fängt Müller an zu grübeln, ob wirklich alles korrekt läuft. Scheckheftmäßig hatte er ja alle Punkte abgehakt - wird schon schiefgehen, denkt er sich. Nach 12-stündiger Autofahrt, genervt von ewig langen Baustellen und der Quengelei der Kinder auf der Rückbank des Kleinbusses, endlich im Urlaubsort angekommen. Auf das frei werdende Hotelzimmer 3 Stunden gewartet und dann die Koffer auspackt.

Im Koffer findet Müller sein Smartphone. "Hmm, einschalten oder nicht einschalten", das ist hier die Frage. Die Roaming Gebühren sind ja günstig geworden, also schnell das Smartphone eingeschaltet. Nur mal schnell gucken. Kaum ins spanische Mobilfunknetz eingeloggt, werden auf dem Display 27 Anrufe in Abwesenheit angezeigt. Die Mailbox blinkt ebenfalls. Die Schwiegermutter kann es nicht sein, die ruft aus Kostengründen nur auf Festnetz an. Blitzartig fällt ihm die Nummer ein. Es ist die Handy Nummer seines Chefs.

Hmm, was kann da nur los sein? 4 Zigaretten später und nach wiederholtem Wutausbruch seiner Gattin, ruft Müller seinen Chef an. „Müller, ich erhalte keine E-Mails mehr. Ich warte dringend auf eine Auftragsbestätigung unseres Hauptkunden aus Fernost. Tun Sie was!“, poltert es ohne jede Begrüßungsformel aus dem Hörer.

Notebook ausgepackt und sich per Remote Desktop auf den Server schnell einloggen, denkt sich Müller. Zwischenzeitlich hat sich die Familie ohne ihn zum Strand aufgemacht. Vergeblich versucht Müller seinen Server zu erreichen. Genervt ruft er dann den Hausmeister der Firma an: „Willi, Du musst mal in den Serverraum. Die Schlüssel hast Du ja. Schalte dann den Server ein“. 5 Minuten später ruft Hausmeister Willi zurück und meldet in hastigen Worten, dass er bereits beim Öffnen der Serverraumtür von einer Hitzewelle begrüßt wurde. „Locker 50 Grad im Raum. Wie in einer Sauna. Musste erst einmal lüften. Das Klimagerät blinkt rot und die Festplatteneinschübe des Servers beim Start auch. Kommt noch eine Meldung in Form von RAID Error. Ach ja, der Chef lässt ausrichten, dass Du sofort deinen Urlaub abbrechen musst. Ist eine Anweisung von ihm.“, teilt Hausmeister Willi dem Admin Müller lapidar mit.

Müller tritt die Heimreise an, schließlich will er seinen Job behalten. Eisiges Schweigen im Auto. Die Kinder reden kein Wort mit ihm. Seine Frau murmelt etwas von Scheidung. „Nächstes Mal passiert mir das nicht. Ich will jetzt ein Alarmsystem für meinen Serverraum. So etwas habe ich im Netz schon gesehen“, grummelt Müller vor sich hin, als er bei Sonnenuntergang die Hotelanlage Richtung Deutschland verlässt. Aus dem alten Autoradio tönt der Hit „La vida es Limonada".

*Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Namen und Orte sind vom Autor geändert.

Tags: Überwachung
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